Warum zum Well-Aging auch die schwierigen Erfahrungen gehören – und was sie dir über dich selbst zeigen

Warum zum Well-Aging auch die schwierigen Erfahrungen gehören – und was sie dir über dich selbst zeigen

Es gibt diese Vorstellung, dass Well-Aging ein Weg voller Leichtigkeit, Routinen und glänzender Haut sei. Ein Weg, auf dem wir jeden Tag bewusst essen, gut schlafen, liebevoll mit uns selbst sprechen und alles im Flow ist.

Aber das stimmt nicht.
Und ich glaube, es wäre unfair, etwas anderes zu behaupten.

In meiner Well-Aging-Praxis sehe ich:
Zu echtem Well-Aging gehören auch die Momente, die weh tun.
Die Phasen, in denen wir uns verlieren.
Die Tage, an denen wir uns im Spiegel nicht mögen.
Die Situationen, in denen alte Muster zurückkommen.
Die Erkenntnis, dass wir nicht alles kontrollieren können.

Und genau darin liegt ein ganz tiefer Schatz.

Der Mythos vom perfekten Longevity-Lifestyle

Viele denken, Langlebigkeit bedeutet:

  • perfekte Ernährung

  • perfekte Schlafroutine

  • perfekte Balance

  • perfekte Selbstliebe

Doch wahres Well-Aging ist nicht die Abwesenheit von Herausforderungen.
Es ist die Fähigkeit, mit ihnen zu leben, ohne sich selbst zu verlieren.

Ich habe Klient:innen, die zu mir kommen und sagen:
„Ich mache alles richtig – warum fühle ich mich trotzdem nicht gut?“
Und ich sage dann oft:
„Weil du ein Mensch bist. Kein Projekt.“

Die emotionale Seite des Alterwerdens

Es gibt wunderschöne Phasen des Alterns:

  • mehr Klarheit

  • mehr Gelassenheit

  • mehr Tiefe

  • mehr Nähe zu sich selbst

Aber es gibt auch die anderen Momente:

  • Angst vor Veränderung

  • Trauer um das, was nicht mehr ist

  • körperliche Phasen, die überraschen oder überfordern

  • Hormonschwankungen

  • das Gefühl, nicht mehr „so zu sein wie früher“

Diese Gefühle bedeuten nicht, dass du gescheitert bist.
Sie meinen, dass du ehrlich erlebst, was es heißt, ein Mensch zu sein, der sich entwickelt.

Wenn alte Muster wieder auftauchen

Viele Menschen glauben, dass sie im Well-Aging „konstant“ sein müssen.
Dass Rückfälle ein Zeichen von Schwäche sind.

In der Praxis sehe ich:
Rückfälle sind oft der Moment, in dem jemand wirklich versteht, worum es geht.

Zum Beispiel:

  • Du wolltest regelmäßig spazieren gehen – und plötzlich klappt es wochenlang nicht.

  • Du wolltest besser schlafen – und plötzlich ist die Ruhe wieder weg.

  • Du wolltest freundlicher mit dir sein – und plötzlich hörst du wieder alte, harte Sätze in deinem Kopf.

Diese Momente sind nicht das Ende des Weges.
Sie sind der Weg.

Sie zeigen dir:

  • was du brauchst

  • was dir fehlt

  • wo dein Nervensystem steht

  • welche Muster noch Heilung wünschen

Körperliche Veränderungen – die schönen und die unbequemen

Well-Aging heißt nicht, dass du keine Falten bekommst.
Es heißt auch nicht, dass dein Körper sich nie verändert.
Es heißt:
Du lernst, mit diesen Veränderungen in einer liebevollen Beziehung zu bleiben.

Ja, manchmal fühlt sich der Körper fremd an.
Ja, manchmal überrascht er uns mit Müdigkeit, Hautreaktionen, Hormonturbulenzen.
Ja, manchmal wünschst du dir, du könntest die Zeit festhalten.

Aber:
Dein Körper ist kein Gegner.
Er ist ein Erzähler.
Und seine Geschichten sind oft die Orte, an denen du wachsen darfst.

Die Schattenseite der Selbstoptimierung

Langlebigkeit kann auch Druck erzeugen.
Ich sehe das oft:

„Ich müsste mehr trinken.“
„Ich müsste besser essen.“
„Ich müsste früher schlafen.“
„Ich hätte weniger Stress haben müssen.“

Aber Well-Aging bedeutet nicht „mehr Müssen“.
Es bedeutet:
Aufhören, dich selbst zu bekämpfen.

Es bedeutet:

  • Fehler erlauben

  • Phasen akzeptieren

  • Ungleichgewicht als Informationsquelle nutzen

Es bedeutet, dass du nicht perfekt sein musst, um gesund zu wechseln.

Wenn du das Gefühl hast, nicht genug zu sein

Dieser Gedanke taucht erstaunlich oft auf:
„Alle anderen machen es besser.“

Bitte hör mir zu:
Niemand macht es „perfekt“.
Nicht einmal ich als Coach.

Ich habe Tage, an denen ich unausgeschlafen bin.
Tage, an denen ich zu wenig trinke.
Tage, an denen ich mich selbst kritisch sehe.
Tage, an denen ich mich überfordere.

Der Unterschied liegt nicht darin, dass ich „besser“ bin.
Sondern Darin, dass ich schneller bemerke, was passiert.
Und sanfter zurückkehre.

Die Wahrheit: Well-Aging ist ein Prozess, kein Zustand

Well-Aging ist kein Ziel.
Es ist eine Beziehung.

Eine Beziehung zu deinem:

  • Körper

  • Geist

  • Nervensystem

  • inneres Kind

  • Hormonsystem

  • Alltag

  • Tempo

Und jede Beziehung hat helle und dunkle Momente.

Beide gehören dazu.
Beide sind wertvoll.
Beide erzählen dir etwas über dich.

Was ich mir für dich wünsche

Nicht, dass du perfekt anders bist.
Sondern dass du:

  • dich selbst besser verstehst

  • dich selbst weicher hältst

  • Dich traust, ehrlich hinzuschauen

  • Dich nicht verurteilst, wenn es schwierig ist

  • und dass du erkennst, wie schön du bist – in jeder Phase

Denn Well-Aging ist kein Hochglanzprozess.

Well-Aging ist Menschlichkeit.

Wenn du spürst, dass du deinen Well-Aging-Weg nicht länger im Alleingang gehen möchtest –
wenn du lernen willst, mit dir durch die schwierigen Phasen zu befolgen, anstatt gegen dich –
dann begleite ich dich gern.

Sanft. Echt. Ohne Perfektionismus.

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